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Wissenswertes

zum Thema Diabetes
  Zur Geschichte.
  Was ist Diabetes?
  Klassifizierung von Diabetes, die Diabetestypen.
  Therapie von Diabetes.
  Richtlinien zur Diabetes-Führung (DDG Leitlinien).
  Andere Seiten im Internet.

 

 

Antike Weisheit

Die Zuckerkrankheit gehört zu den ältesten bekannten Krankheiten. In einem ägyptischen Papyrus aus dem Jahre 1550 vor Christus finden sich die ersten überlieferten Hinweise, wie man den "übermäßigen Harnfluss" behandeln sollte. Der nächste uns bekannte Bericht stammt aus dem antiken Griechenland. Der Arzt Aretaios aus Kappadokien schildert 150 nach Christus den unerträglichen Durst, die großen Urinmengen und den Brand in den Eingeweiden, die seine Kranken plagten und nannte diese Krankheit "Diabetes", abgeleitet vom griechischen "diabeinein", zu Deutsch "ausschreiten, durchgehen". Damit wollte Aretaios verdeutlichen, wie schnell die Flüssigkeit den Diabeteskranken durchfließt. Seine Prognose: "Langsam ist die Entwicklung der Krankheit, lange brütet sie. Ist der Zustand gereift, so hat der Leidende nicht mehr lange zu leben, denn rasch ist der Verfall, schnell der Tod."
 
Eine düstere Voraussage, die dem Kenntnisstand der damaligen Zeit Rechnung trägt. Eine wirksame Therapie gegen den Verfall kannten weder Aretaios noch seine Arztkollegen, die sich in den darauf folgenden Jahrhunderten an dem Diabetes versuchen sollten. Hingegen fiel es ihnen allen leicht, die richtige Diagnose zu stellen: Brauchten sie doch bloß den Finger in den Urin des Kranken zu tauchen und zu kosten! Doch erst im Jahre 1774 ging der Chemiker Matthew Dobson der Ursache des süßen Geschmacks systematisch auf den Grund. Er verdampfte Blut und Urin von Diabeteskranken und erhielt einen bräunlichen Rückstand aus Zucker. Und mit der Bezeichnung "mellitus", also "honigsüß", bereicherte einige Jahre später John Rollo den medizinischen Wortschatz.

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Was ist Diabetes?

Diabetes (vollständig Diabetes mellitus) bedeutet "honigsüßer Durchfluss". Dies beschreibt sehr blumig ein Leitsymptom der Erkrankung, nämlich den vermehrten zuckerhaltigen Harn. Bei Stoffwechselgesunden ist der Urin in der Regel zuckerfrei. Erst wenn der steigende Blutzucker eine Grenze überschreitet (Nierenschwelle), erscheinen im Harn Zuckerstoffe. Voraussetzung für den "honigsüßen Durchfluß" ist somit ein über die Norm ansteigender Blutzucker. Bei Erreichen der Nierenschwelle liegt dieser bei den meisten Patienten bereits bei über 160 mg/dl (Milligramm pro Deziliter Serum).
Der "normale Nüchtern-Blutzucker" bewegt sich beim Stoffwechselgesunden ca. zwischen 60-120 mg/dl (Milligramm pro Deziliter Serum), je nach letzter Nahrungsaufnahme und Tageszeit.
Wie kommt es bei Diabetes nun zum Anstieg des Blutzuckers über diese Werte?
Diabetes hat etwas zu tun mit Insulin, das weiß jedes Kind.
Insulin ist ein absolut lebenswichtiges Stoffwechselhormon, weil es den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen hineinbringt. Zuwenig Insulin bedeutet zu viel Zucker im Blut, und umgekehrt. Andererseits "verhungern" die Zellen ohne Zucker
Der Körper versucht, den Zuckermangel in den Zellen durch Freisetzen von Fett aus den Fettdepots zu kompensieren. Das mobilisierte Fett wird bei Insulinmangel jedoch in der Leber nicht mehr einem ordnungsgemäßen Abbauweg zugeführt. Es entstehen saure Stoffe wie das Aceton, welche zur diabetische Ketoazidose führen. Dies ist der Zustand, der den Erkrankten ins Koma bringen kann.

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Klassifizierung von Diabetes, die Diabetestypen.

Es gibt grundsätzlich (vereinfacht) zwei Typen von Diabetikern:
 
Typ 1 Patienten haben nahezu kein Insulin, weil die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse (=Pankreas), welche das Hormon herstellen sollten, aus irgendeinem Grund beschädigt oder kaputt sind. Die Erkrankung tritt meistens im Jugendalter auf. Je weniger Insulin vorhanden ist, desto deutlicher sind die Symptome.
 
Typ 2 Patienten haben eine sog. "relative Insulinresistenz". Diese Form des Diabetes tritt eher im Erwachsenenalter auf, die Betroffenen sind oft übergewichtig.
Patienten mit Typ 2-Diabetes haben zu Beginn der Erkrankung genug Insulin im Blut, manchmal sogar mehr als bei Gesunden. Dieses Insulin kann aber seine Aufgabe, nämlich das Öffnen der Körperzellen und Einschleusen des Zuckers in die Zellen nicht wahrnehmen, da diese „Zielzellen“ die Information des Insulins nicht mehr verstehen. Letztgenannte sind somit resistent gegen den Einfluss des Insulins.
Bewegungsmangel, Übergewicht, Erbfaktor etc. sind in ihrem Zusammenspiel für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich.

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Therapie des Diabetes

Typ 1-Diabetes bedarf bei ausgeprägtem Insulinmangel immer einer Insulinzufuhr von außen (Spritzen!). Die jeweilig notwendige Dosis stützt sich auf persönlichen Bedarf BZ-Messungen, Nahrungsmenge und geplanter körperlicher Aktivität.
 
Typ 2-Diabetes - da kann man v.a. mit geeigneter Diät und körperlicher Betätigung die Zellen wieder insulinempfindlicher machen.
Mäßige, aber regelmäßige Bewegung ist hier besonders gesund. Führen o.g. Maßnahmen allein nicht zum Ziel, so können verschiedene Arten von Tabletten unterstützend eingreifen. Längerfristig sollte der Patient schauen, mit bewusster Ernährung und Bewegung den Tablettenkonsum in Grenzen zu halten und nicht weiter zunehmen.
 
Hoher BZ, also ein "schlecht eingestellter" Diabetes, ist eine heimtückische Sache. Er tut nicht weh (man hat nur Durst, eine trockene Haut und vermehrten Harnfluss), aber er beschädigt den Körper, z.B. die Blutgefäße, und das verursacht mit der Zeit Folgeschäden: Durchblutungsstörungen an den Beinen bis zur Amputation, Nierenschäden bis zur Dialyse, Herzinfarkt, Schlaganfall, Netzhauterkrankungen bis zur Blindheit, Nervenschäden.

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Richtlinien zur Diabetes-Führung (DDG Leitlinien)

Die Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft sind auf den Internetseiten der DDG einsehbar.

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